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Frauen
wollen Frieden und Gerechtigkeit - für eine ökologisch-demokratische
Welt
Am
18. Juni 2005 veranstalten wir zum zweiten Mal das Zilan
Frauenfestival. Hierzu laden wir Frauen aus aller Welt ein.
Mit Tänzen, Musik, Kunst, Kultur und Ansprachen wollen wir als
Frauen unsere Forderungen und Wünsche mitteilen. Gemeinsam wollen
wir zur andauernden und zunehmenden Welle der Gewalt gegen Frauen
„Halt!“ sagen. „Halt!“ zu jeglicher Form von Gewalt, die
unsere Natur, Umwelt und unser soziales Leben zerstört. Wir laden
jede Frau, Schriftstellerinnen, Künstlerinnen, Musikerinnen, Tänzerinnen
ein, sich mit ihrer eigenen Sprache und Kultur am Festival zu
beteiligen.

Das
auf Gewalt, Ausbeutung und Erniedrigung basierende Patriarchat hat
in den 5000 Jahren seines Bestehens die Welt in vielerlei Hinsicht
unerträglich gemacht. In allen Lebensbereichen, in allen Ländern.
Selbst in den reichen Ländern Europas und in den USA haben
Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen zu zunehmender Verarmung,
sozialen Krisen, Vereinzelung und Depressionen geführt. In den
armen Regionen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens hingegen bedeutet
dies wiederholte Kriege, Vertreibung, Hunger und Tod... Und die
Investitionen, die den Weg für den extremen Raub von Profiten ebnen
und die das Gleichgewicht der Natur zerstören, die fatalen
Entwicklungen aufgrund der globalen
Erwärmung..... Kommen die weltweit mächtigsten Staaten der Welt
ihrer Verantwortung für diese Probleme nach? So wie zum Beispiel
die USA, die sich bis heute weigern, den Vertrag der Vereinten
Nationen zum Klimaschutz zu unterzeichnen?
Auch
wenn sich die Bilder in den Details unterscheiden mögen, so ist
eine Gemeinsamkeit, dass Frauen jeweils am meisten unter diesen
Bedingungen zu leiden haben.
Durch
die uns von außen aufgezwungenen Vorschriften, Traditionen und
Gesetze sind wir zudem immer mehr voneinander entfernt worden. Auf
subtile Weise sollten unsere Gedanken und Gefühle an
Gewaltbeziehungen gewöhnt werden. Unsere unterschiedlichen
Kulturen, Sprachen, Religionen und Identitäten wurden als unüberbrückbare
Grenzen dargestellt. Wir
wurden nicht nur einander entfremdet, zugleich wurden wir auch immer
mehr der Natur entfremdet. Während Frauen einst das
gesellschaftliche Leben im Einklang mit der Natur aufgebaut hatten,
wurden fortan zwischen Mensch und Natur sowie zwischen den Menschen
hohe Mauern errichtet. Diese Mauern sind es, die unsere Freiheit
einschränken, die uns einkreisen und unseren Vorstellungen von
einem freien Leben das Licht und den Atem nehmen.
Wir drohen an der Gefühllosigkeit,
dem Schweigen und Wegschauen zwischen diesen Mauern zu ersticken.
Bei
der diesjährigen Vorbereitung haben wir viele Frauen nach ihren Wünschen
und Vorschlägen für das Motto des Festivals befragt. Was wir am
meisten zur Antwort bekamen, war der Wunsch, in einer demokratischen
Gesellschaft und einer natürlichen und friedlichen Welt zu leben.
Und wir haben uns weiter gefragt wie eine solche Gesellschaft und
Welt aussehen muss. Was müssen wir für eine friedliche,
gewaltlose,Gerechtigkeit und Liebe als höchste Werte achtende
Gesellschaft, für eine solche Welt tun? Wie können wir eine
Gesellschaftsstruktur entwickeln, welche auf dem Frauenrecht
basiert?
Für
eine natürliche Gesellschaftsentwicklung ist es notwendig, dass
alle Beziehungen auf gegenseitiger Verantwortung beruhen. Das gilt
sowohl für zwischenmenschliche Beziehungen als auch für die
Beziehung zwischen Mensch und Natur. Denn Sinn dieser Beziehungen
ist es, einander zu stärken und zu ergänzen. Die Mauern und Gräben
der Spaltung und Entfremdung zu überwinden, heißt die
Zersplitterung und Zerstörung des Lebens zu beenden.
Eine
demokratische und ökologische Lebensweise bedeutet, dass wir
uns und unsere Umwelt als eine Einheit begreifen. Nur in
dieser Ganzheit kann es Leben geben. Wir sind zu der Überzeugung
gekommen, dass die Entwicklung demokratisch-ökologischer Ideen und
Lebensperspektiven für uns Frauen eine Voraussetzung ist, um unsere
gesellschaftlichen Ziele erreichen zu können. Insbesondere als
Frauen müssen wir verstärkt die sich gobalisierenden Probleme nach
dem Motto: “Global denken - Lokal handeln” angehen. Gegenüber
der Welt in der wir leben dürfen wir nicht gleichgültig bleiben.
Deshalb auch ist die Einheit, die Solidarität und die Organisierung
unter Frauen so notwendig. Der Wunsch der Frauen, in einer
demokratischen Gesellschaft und in einer ökologischen Welt zu leben
ist ein selbstverständliches Menschenrecht. Aufgrund dieser Ideen
begreifen wir das demokratisch-ökologische, die hierarchischen
Strukturen überwindende Gesellschaftsmodell als eine Lösung.
Als
Frauen, Völker, als Menschen können wir nur mit Selbstrespekt,
gegenseitiger Achtung, im Austausch und im Einklang mit der Natur
leben. Anstelle der Konkurrenz wollen wir gegenseitige Solidarität,
anstatt der Beherrschung der Natur wollen wir Harmonie, anstelle von
Aneignung, Besitz und Egoismus wollen wir Teilen zu unseren
Lebensgrundsätzen machen.
Wir
wissen, dass wir hart arbeiten und kämpfen müssen, um dies zu
erreichen. Hier und heute können wir damit beginnen. Nur wenn wir
uns mit all unserer Kraft in unserem täglichen Leben einsetzen, können
wir für uns und auch mit und für andere Frauen, Kinder, die
Gesellschaft und Natur eine lebenswerte Zukunft aufbauen. Auf
unserem Festival wollen wir mit den Diskussionen zu diesen Themen
unsere Gemeinsamkeiten herausfinden.
Und
gemeinsam sagen wir „Halt!“ zu all denjenigen, die für ihre
Macht, ihre Gewalt und ihr Geld unser Wasser und unsere Luft
vergiften. Wir sagen „Halt!“ zu denen, die Frauen, Kinder und
die Umwelt als ihre Ware begreifen und im Namen von Ehre, Eifersucht
oder Politik Morde an Frauen und Massaker an der Natur begehen.
Wir
müssen die lebendige Schönheit der Welt bewahren.
Wir
können unser Leben
durch eine freie und demokratische Gesellschaft bereichern.
Wir
können durch Einklang und Freundschaft mit der Natur unsere Zukunft
gestalten.
In
diesem Sinne wollen wir auf unserem Festival zusammenkommen, unsere
Stimmen, Gedanken, Gefühle, Projekte und unsere Energien
zusammenbringen!
Fangen
wir damit beim:
2. Zilan Frauenfestival am 18.06.05 von 10 bis 18 Uhr im
Amphitheater Gelsenkirchen, Grothusstr. 201 (Nordsternpark)
Veranstalterinnen
und Kontaktadresse:
Cenî
– Kurdisches Frauenbüro für Frieden · Grupellostrasse 27 · D -
40210 Düsseldorf
Tel:
0049 211 1711080 · Fax: 0049 211 1711078 · E-mail: ceni_frauen@gmx.de
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